Überglücklich durch die Chance einer Teilzeitausbildung

Sabrina Anica Bockfeld

junge Mutter und Auszubildende in Teilzeit bei der Feinbäckerei Thiele in Göttingen

Göttingen, 19.11.2008

Foto: Sabrina Anica BockfeldWenn ich an meine Schulzeit zurückdenke, stelle ich fest, dass ich immer gern zur Schule gegangen bin. Besonders Unterrichtsstunden, in denen man praktische Dinge tun konnte, gefielen mir. Außerdem interessierte mich Mathematik immer, auch wenn meine Noten in diesem Fach nur durchschnittlich gut waren.
In der neunten Klasse sollten wir uns dann einen Praktikumsplatz suchen. Und da mir Mathe so viel Spaß machte, entschied ich mich, ein Praktikum bei einer Bank zu machen. Die verschiedenen Aufgabengebiete sowie der Kontakt mit Menschen gefielen mir besonders gut. Nachdem ich dann meinen Realschulabschluss geschafft hatte, entschied ich mich, ein Jahr auf der Höheren Handelsschule etwas über die Wirtschaft zu lernen und meinen erweiterten Realschulabschluss zu erwerben.
Mit diesem Zeugnis bewarb ich mich bei der Bank, in der ich mein Praktikum absolviert hatte. Dort fing ich dann meine Ausbildung an. Leider merkte ich ziemlich schnell, dass dies nicht das war, was mir in der Praktikumszeit vor Augen geführt worden ist. Die bankspezifischen Arbeiten waren mir doch zu eintönig. Da ich aber durch die Höhere Handelsschule diese Ausbildung auf zwei Jahre verkürzt hatte, wollte ich sie auch erfolgreich bestehen.
Nach eineinhalb Jahren wurde ich schwanger. Der große Druck, eine dreijährige Ausbildung in zwei Jahren zu schaffen, machte meine Schwangerschaft kompliziert. Ich musste mich entscheiden: Kind oder Ausbildung. Ich entschied mich für mein Kind, wurde wegen der Frühwehen krankgeschrieben, was dazu führte, dass ich einiges in der Schule versäumte und meine Abschlussprüfung nicht bestand. Also ging ich in Mutterschutz und blieb dann ein ganzes Jahr bei meinem Sohn zu Hause.
Schon bald merkte ich aber, dass ich ein Mensch bin, der unter Leute muss und arbeiten will. Deshalb suchte ich mir eine Aushilfstätigkeit. Schnell fand ich eine als Verkäuferin im Textilbereich. In dieser Zeit hatte ich eine sehr große Unterstützung bei meinen Eltern gefunden, denn sie passten gern auf meinen Sohn auf.
Nach einem Jahr als Aushilfe fand ich eine Teilzeitstelle im Textilbereich. Eine abgeschlossene Ausbildung hatte ich aber immer noch nicht!
Mein Wille, dies noch in Angriff zu nehmen, steigerte sich und so suchte ich mir Unterstützung bei dem Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft. Dort konnte ich meine Wirtschaftskenntnisse auffrischen und mir wurde geholfen, Bewerbungen zu schreiben.
Hier erfuhr ich auch von den tollen Chancen, welche die Feinbäckerei Thiele ermöglicht: Eine Ausbildung für junge Mütter, die auch in Teilzeit stattfinden kann. Ich nutzte meine Chance und schickte sofort meine Bewerbungsunterlagen los. Die Mühen haben sich gelohnt: Nach dem Vorstellungstermin durfte ich ein Praktikum machen. Überglücklich war ich, als ich die Chance zu einer Teilzeitausbildung bekam.
Mir macht die Arbeit hier großen Spaß und ich bin mir sicher, dass ich es schaffe, die Ausbildung zur Bürokauffrau erfolgreich abzuschließen.

Das Buch unterwegs: Hier finden Sie interessante Informationen zur Buchtour quer durch Deutschland.

Aus dem Buch der Bildungsrepublik