Sven Mecking
Aufstiegsstipendiat
Berlin, 16.12.2008
In der neunten Klasse absolvierte ich ein Praktikum in einem Betrieb für Radio- und Fernsehtechnik. Danach stand für mich fest, dass ich nach der Schule eine Ausbildung in diesem Bereich beginnen würde.
Ich machte meine Ausbildung in einem Drei-Mann-Betrieb - der Meister mit zwei Auszubildenden. In der dreieinhalbjährigen Ausbildung konnte ich sehr viel lernen und legte die praktische Gesellenprüfung als Innungsbester ab. Daraufhin wurde mein Gesellenstück zum Leistungswettbewerb der Kammer Münster geschickt. Ich gewann diesen Wettbewerb, durfte am Leistungswettbewerb auf Landesebene teilnehmen und wurde Landessieger.
Durch den Landessieg und meine guten Schulnoten bekam ich Begabtenförderung. Diese finanzielle Zuwendung ermöglichte mir den Besuch der Meisterschule. Nach zwölf Monaten bestand ich die Meisterprüfung und durfte mich Informationstechnikermeister nennen. Um die betriebwirtschaftlichen Aspekte der Meisterschule zu vertiefen, absolvierte ich den Betriebswirt des Handwerks.
Ein halbes Jahr später und mit den Qualifikationen des Meisters und des Betriebswirts ausgestattet, stellte ich mich dem Arbeitsmarkt. Ich ging davon aus, mich für eines von vielen reizvollen Angeboten zu entscheiden. Die Realität sah leider anders aus! Nach einigen Absagen, nahm ich die Möglichkeit wahr, in einem größeren Unternehmen als Vertriebsbeauftragter zu arbeiten. Zu meinen Hauptaufgaben gehörten Verkauf und Kundenakquise. Ich stellte jedoch fest, dass mir hier die handwerklichen Tätigkeiten fehlten.
Seit über zwei Jahren arbeite ich nun im Bereich der Medizintechnik und betreue verschiedene Krankenhäuser und Praxen. Mein Tätigkeitsfeld beinhaltet sowohl die Wartung und Reparatur von medizinischen Geräten als auch Vertriebsaufgaben.
Zurückblickend kann ich sagen, dass ich zu Beginn meiner beruflichen Laufbahn nicht damit gerechnet hätte, einmal in der Medizintechnik tätig zu sein. Nun denke ich, dass es genau das ist, was Bildung ausmacht; Bildung verändert die Menschen und durch Bildung findet Weiterentwicklung statt. Meiner Meinung nach ist eine solide Bildung sehr wichtig, denn sie ermöglicht es uns, neue Türen zu öffnen. Hätte ich meine Ausbildung nicht so gut abgeschlossen und dadurch die Förderungen bekommen, hätte ich mir den Meistertitel aus finanziellen Gründen nicht leisten können - wer weiß, wo ich dann heute tätig wäre...
Vor einigen Wochen erhielt ich ein Schreiben vom Bildungsministerium für Bildung und Forschung mit dem Angebot, mich für ein Aufstiegsstipendium zu bewerben. Ich nahm am Auswahlverfahren teil und erhielt eine Zusage. Dadurch eröffnen sich für mich jetzt erneut neue Möglichkeiten. Ich freue mich sehr und bin gespannt, wohin mich mein weiterer Bildungsweg führen wird.
Das Buch unterwegs: Hier finden Sie interessante Informationen zur Buchtour quer durch Deutschland.