Bildung für Deutschland

Bildung geht uns alle an

„Nichts auf Erden ist so wichtig, als die höchste Kraft und die vielseitigste Bildung der Individuen.“ Der Bildungsreformer Wilhelm von Humboldt prägte bereits im 19. Jahrhundert ein dynamisches und ganzheitliches Verständnis von Bildung, das uns auch heute noch als Kompass für zeitgemäße Bildungspolitik dienen kann: Bildung als ein lebenslanger Lernprozess, als Ausdruck von geistiger Selbstständigkeit, Urteilsvermögen und Wertebewusstsein. Bildung hilft uns, aus dem eigenen Leben etwas zu machen. Sie erschließt uns Lebenschancen und öffnet uns Türen zur gesellschaftlichen Teilhabe. Bildung hilft uns aber auch als Gesellschaft, Anschluss zu halten, Veränderungen mitzugestalten und Chancen zu nutzen. Gut ausgebildete und qualifizierte Frauen und Männer sind die Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum. Sie sichern unseren Wohlstand und ermöglichen gesellschaftlichen Fortschritt.

Das alles ist nur möglich, wenn wir die Voraussetzungen dafür schaffen, dass alle Menschen in Deutschland ihre Talente entdecken und auch entfalten können. Herkunft und sozialer Status des Einzelnen dürfen dabei keine Rolle spielen. BiIdungszugang und Qualifizierung sind ein Gebot wirtschaftlicher Vernunft und sozialer Gerechtigkeit gleichermaßen.

Die Welt verändert sich und wir uns mit ihr

Fortschreitende Globalisierung, demografischer Wandel und ständig neue Anforderungen im Arbeitsleben – wir leben in einer Welt, die sich schnell verändert. Es reicht nicht, dass wir uns auf diese Veränderungen einstellen. Wir haben die Chance, sie zu gestalten, wenn wir unsere Stärken zum Einsatz bringen: unser Know-how und eine hohe Innovations- und Leistungsfähigkeit.

Veränderungen annehmen und gestalten bedeutet einerseits, Bildungsangebote und deren Qualität auf neue Anforderungen einzustellen und zu verbessern. Es bedeutet andererseits, Antworten auf eine veränderte Bildungsnachfrage zu geben.

So hat z. B. der demografische Wandel für das Bildungswesen weitreichende Auswirkungen. Die Altersgruppe der unter 30-Jährigen, die eine Kindertageseinrichtung oder Schule besuchen, eine Berufsausbildung machen oder ein Studium an der Hochschule aufnehmen, wird von heute 25,5 Millionen auf 21,3 Millionen im Jahr 2025 zurückgehen. Die Gesamtzahl der Bildungsteilnehmer wird sich bis 2025 um voraussichtlich 15 Prozent verringern. Begleitet wird diese Entwicklung von einer zunehmenden kulturellen und sozialen Heterogenität innerhalb der nachwachsenden Generation sowie grundlegenden Veränderungen der Familienstrukturen.

Für mehr Bildungsgerechtigkeit

Weil die vor uns liegenden Herausforderungen bekannt sind, handelt die Bundesregierung. Sie will Bildung für alle ermöglichen. Sie gibt den Menschen die Chance, die eigenen Möglichkeiten auszuschöpfen und so ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Sie schafft neue Bildungszugänge, weil Bildung den persönlichen Lebensweg prägt. Und sie fördert Bildung, weil sie wesentliche Voraussetzung ist für die Zukunft und den Wohlstand unserer Gesellschaft.

Weil mehr Bildungsgerechtigkeit das Ziel ist, müssen wir vor allem dort beginnen, wo die Aufgabe am größten ist: Fast jedes dritte Kind unter 18 Jahren wächst unter sozialen, finanziellen und/oder kulturellen Bedingungen auf, die einen selbstbestimmten Lebensweg erschweren und sich als hohe Bildungshürden erweisen. Die Folgen sind gravierend: 20 Prozent der 15-Jährigen gehören heute zur sogenannten PISA-Risikogruppe. Diese Jugendlichen haben so geringe Kompetenzen in Lesen und Mathematik, dass sie Gefahr laufen, keinen Zugang zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu finden. Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund.

Deshalb muss Bildungspolitik alles daran setzen, solche Benachteiligungen abzubauen, die Bildungszugänge zu verbessern und Kindern und Jugendlichen, die sich schwertun, mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

In Bildung investieren

Die Bundesregierung investiert in die Zukunft Deutschlands, indem sie die Bildungsmöglichkeiten für alle Menschen fördert und zu mehr Bildungsbereitschaft aktiviert. Zwölf Milliarden Euro gibt der Bund in den kommenden Jahren zusätzlich für Bildung und Forschung aus. Das ist die größte Investition, die es in diesem Bereich je gegeben hat. Durch die gezielte Förderung der frühkindlichen Bildung werden die Startbedingungen unserer Kinder verbessert. Die Bildungsübergänge – z.B. von der Schule in die berufliche Ausbildung oder von der Schule in die Hochschule – sollen noch besser verzahnt werden.

Von herausragender Bedeutung ist der Kampf gegen die Bildungsarmut und die Förderung von mehr Bildungsgerechtigkeit.

Bildungspolitik muss notwendige Weichen stellen und positive Rahmenbedingungen schaffen, sie kann in Strukturen investieren und gezielt Maßnahmen fördern. Bildung ist jedoch auch eine Aufgabe für die ganze Gesellschaft. Sie braucht die enge Zusammenarbeit aller Verantwortlichen entlang der gesamten Bildungskette. Deshalb ist es ein wichtiges Ziel der Bundesregierung, die Bildungspartnerschaft von Bund, Ländern und Kommunen weiter auszubauen und zu verstetigen.

In der Diskussion um Bildung und Erziehung geht es nicht zuletzt auch um die Stärkung von Vertrauen – in unsere Bildungsinstitutionen und in jene, die sich darin mit großem professionellen Engagement ihren Aufgaben stellen. Viele Menschen quer durch die Gesellschaft machen sich stark für eine bessere Bildungszukunft. Es entstehen zunehmend regionale und überregionale Netzwerke aus ganz unterschiedlichen Partnern: Vereine, Privatpersonen, Wirtschaft, kommunale Stellen. Sie alle haben es verdient, dass wir in der Bildungsdebatte weniger über die vermeintlichen Restriktionen reden als darüber, was geht und wie wir es besser machen können.

Auf dem Weg zur Wissensgesellschaft

Deutschlands Bildungssystem hat starke Seiten. Unsere duale Berufsausbildung sorgt für eine – auch im internationalen Vergleich – niedrige Jugendarbeitslosigkeit. Die besten Schülergruppen können mit der Weltspitze mithalten. Die Qualität der Hochschulen ist weltweit anerkannt. Internationale Leistungsstudien wie IGLU zeigen: An deutschen Grundschulen wird guter Unterricht erteilt.

Deutschland ist bereits heute ein Land der Bildungschancen und der Bildungsbereitschaft und damit auf dem besten Weg zur Wissensgesellschaft. Dies belegen auch die positiven Nachrichten auf www.aufstieg-durch-bildung.info. Hinter den Erfolgen stehen viele Menschen, die Tag für Tag daran arbeiten und sich für Verbesserungen in allen Bildungsbereichen einsetzen. Die Früchte dieser Arbeit machen Mut und fordern dazu auf, den eingeschlagenen Weg gemeinsam weiterzugehen.

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