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Exportschlager Bildung

Das duale Ausbildungssystem aus Deutschland macht weltweit Schule

"Made in Germany" bürgt weltweit für beste Qualität. Verstärkt auch in punkto Bildung. Das duale System der beruflichen Ausbildung ist im Ausland besonders gefragt. Egal ob in Asien, Südamerika oder Osteuropa, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Initiative "iMOVE" ebnet deutschen Bildungsanbietern den Weg zu internationalen Märkten. Das Chien-Shiung College in China etwa bildet mit deutschem Know-how bereits erfolgreich Mechatroniker und Werkzeugmacher aus.

Gespannt saßen sie vor drei Jahren in einem der modernen Büros des Chien-Shiung College in Taicang unweit von Schanghai und folgten aufmerksam Martin Niemeyers Präsentation. Der auslandserprobte Fachpraxislehrer von der Berufsbildenden Schule aus dem niedersächsischen Neustadt erläuterte seinen chinesischen Kollegen am Besprechungstisch das Berufsbild des Mechatronikers und Werkzeugmachers, erarbeitete gemeinsam mit ihnen Lehr- und Arbeitspläne nach deutschem Standard und beriet sie bei der Einrichtung von Werkstätten und Fragen der Arbeitssicherheit.

"Einen Ausbildungsgang, der zugleich in Theorie und Praxis für einen Beruf qualifiziert, kannte man hier so nicht. Mit dem dualen System nach deutschem Vorbild erhalten die chinesischen Fachlehrer ein Ausbildungsprogramm auf sehr hohem Niveau und die Schüler beste Berufschancen", lautet Niemeyers Fazit nach seinem vierwöchigen Beratungsaufenthalt in China. Im Anschluss an die Ausbildung ist den jungen Erwachsenen zwischen 18 und 22 Jahren ein gut bezahlter Job in den chinesischen Dependancen deutscher Großunternehmen so gut wie sicher. Die Absolventen des ersten Jahrgangs haben ihn etwa bei Global Playern wie Bosch oder Würth bereits gefunden.

Wie in Asien sieht es auch in vielen anderen boomenden Regionen aus. "Deutschland punktet mit seinem einzigartigen Ausbildungssystem im berufsbildenden Bereich weltweit genauso wie mit seinen hochwertigen Produkten", skizziert Sabine Gummersbach-Majoroh die Nachfrage auf dem globalen Bildungsmarkt. Seit fast zehn Jahren leitet sie die vom BMBF unterstützte Initiative "iMOVE" (International Marketing of Vocational Education), die vor allem kleine und mittelständische Bildungsanbieter für den Weltmarkt fit macht. Mit speziellen Workshops, internationalen Kooperationsbörsen und detaillierten Marktstudien ebnet sie gemeinsam mit ihrem zehnköpfigen Team deutschen Dienstleistern den Weg zu ausländischen Bildungslandschaften und wirbt rund um den Globus für die deutsche Kompetenz in der Aus- und Weiterbildung.

"Für deutsche Bildungsanbieter bieten neben China und Indien langfristig auch Brasilien oder Südafrika vielversprechende Wachstumsmärkte", prognostiziert die Leiterin von "iMOVE". "Dieses Potenzial gilt es weiter auszuschöpfen. Deutschland gehört neben den USA, Großbritannien und Frankreich bereits jetzt zu den weltweit führenden Exportnationen in der beruflichen Aus- und Weiterbildung", hebt sie hervor und weist auf die ökonomische Bedeutung des aufstrebenden Sektors hin. Nach einer aktuellen Studie von "iMOVE" rangiert das Volumen der deutschen Bildungsexporte in Höhe von etwa 9,4 Milliarden Euro vor dem der Finanz- oder Werbebranche und deren Dienstleistungen im Ausland. "Der Bildungsexport ist ein eigener Wachstumsmarkt und zugleich ein Schlüsselfaktor für die Wettbewerbschancen und die Expansion deutscher Unternehmen im Ausland", erläutert sie das Zusammenspiel zwischen beiden Wirtschaftszweigen. "iMOVE" bewegt mit seinem Service beide Märkte. Und zwar auf Erfolgskurs.

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