''Wir müssen neue Wege gehen''


Der Qualitätspakt Lehre fördert bessere Studienbedingungen

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"Wir müssen neue Wege gehen"

Der Qualitätspakt Lehre fördert bessere Studienbedingungen

Bund und Länder rufen die rund 240 staatlichen Hochschulen auf, bis zum 4. März 2011 Konzepte für bessere Lehr- und Studienbedingungen einzureichen. In einem einzigartigen Wettbewerb finanzieren sie mit dem Qualitätspakt Lehre bis 2020 die Umsetzung der überzeugendsten Maßnahmen. Anträge für eine zweite Bewilligungsrunde können bis zum 30. September 2011 eingereicht werden. Professorin Karin Donhauser ist Vorsitzende des Auswahlgremiums, das über die eingereichten Anträge entscheidet, und lehrt am Institut für Geschichte der deutschen Sprache an der Humboldt-Universität (HU) zu Berlin. Sie spricht über neue Wege in der Lehre.

Sie lehren an der HU und evaluieren zudem seit vielen Jahren auch Hochschulen. Was macht für Sie gute Lehre aus?

Gute Lehre bedeutet immer, die Studierenden wirklich für wissenschaftliche Fragestellungen und Inhalte zu begeistern. Sie also dazu zu bringen, sich intensiv mit Themen, Theorien und Methoden zu beschäftigen. Zudem kommt es in der Lehre darauf an, Lernprozesse so zu dosieren und zu organisieren, dass ein optimaler Wissens- und Kompetenzaufbau ermöglicht wird. Dies gilt für konventionelle Lehrformen wie die Vorlesung und das Seminar genauso wie für interaktive Lehrmodule oder projektbezogenes Lernen.

Wie erreichen die Hochschulen dieses Ziel?

Wir brauchen hervorragend ausgebildete Dozentinnen und Dozenten mit hohen wissenschaftlichen und didaktischen Kompetenzen sowie Rahmenbedingungen, die Lehren und Lernen an den Hochschulen optimal unterstützen. Dazu zählen vernünftige Betreuungsrelationen, aber auch hochschulinternes Qualitätsmanagement zur Qualitätssicherung in der Lehre, spezielle Beratungs- und Mentoring-Angebote für Studierende, Tutorenprogramme sowie Weiterbildungsangebote für Dozierende. Wir erkennen beispielsweise, dass es besser ist, wenn Studenten durch selbstständiges Arbeiten in eigenen Projekten lernen, als durch die klassische frontale Lehre. Wir müssen neue Wege gehen und dabei das gesamte Spektrum an Möglichkeiten aufgreifen, das uns die neuen Medien bieten.

Bietet die Bologna-Reform denn genug Freiräume für neue Ansätze bei der Lehre?

Wenn sie klug umgesetzt wird, bietet sie diese Möglichkeiten. Viele von den Einengungen, die wir beobachten, sind selbst erzeugt. Meine Erfahrung ist, dass wir gerade über den Bologna-Prozess eine Reihe von neuen Lehr-Komponenten, etwa praxisbezogene Module ebenso wie spezielle Forschungsmodule entwickeln konnten, die unsere Studiengänge erkennbar bereichert haben.

Bund und Länder rufen mit dem Qualitätspakt Lehre die rund 240 staatlichen Hochschulen auf, Konzepte für gute Lehre zu entwickeln und sich um Fördermittel zu bewerben. Welche Anforderungen müssen die Anträge erfüllen?

Im Antrag muss deutlich werden, welchen Handlungsbedarf die Hochschulen bei sich sehen und welche qualitative Verbesserung der Lehre gegenüber der Ausgangslage sich die Hochschulen von ihren geplanten Maßnahmen erwarten. Geprüft werden ferner die Konsistenz und Nachhaltigkeit des Konzepts, seine Einbindung in das Profil der Hochschule sowie die Überlegungen der Hochschulen zur Prozessbegleitung und Zielerreichung. Bei Anträgen, die mehrere Hochschulen gemeinsam einreichen, wird zudem darauf geachtet, welche Vorteile sich aus der Kooperation ergeben.

Haben kleine Hochschulen dieselben Chancen eine Förderung zu bekommen wie die großen, die bei der Exzellenzinitiative punkten konnten?

Ich sehe gerade bei diesem Wettbewerb für kleine Hochschulen eine sehr gute Chance, weil sie mit ihrem Fächerspektrum spezifischer aufgestellt sind. Da ist es unter Umständen wesentlich leichter, klare Defizitanalysen zu machen und ein passgenaues Paket von Maßnahmen zurechtzuschneidern.

Sie sind die Vorsitzende des Auswahlgremiums, das über die bis zum 4. März 2011 in einer ersten Runde einzureichenden Anträge entscheidet. Wer sitzt mit Ihnen in dem Gremium und welches Prozedere ist vorgesehen?

Dem Auswahlgremium gehören 12 Expertinnen und Experten an, die im Bereich der Lehre einschlägige Erfahrungen an Universitäten und Fachhochschulen haben. Viele von ihnen haben innovative Studienprogramme entwickelt und auch für ihre eigene Lehre Preise erhalten. Auch die Studierenden sind vertreten. Dazu kommen der Bund und zwei Vertreter der Länder. Wir rechnen damit, dass es eine große Zahl von Bewerbungen gibt und werden die Anträge in einem zweistufigen Prozess begutachten: Jeder Antrag wird vorab ausführlich schriftlich begutachtet und im Expertenkreis diskutiert. Danach wird entschieden, welche Anträge gefördert werden sollen.

Insgesamt will der Bund für den Qualitätspakt Lehre bis zum Jahr 2020 zwei Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Auf welche Fördersummen können sich die ausgewählten Hochschulen einstellen?

Im ersten Förderzeitraum 2011 bis 2016 stehen insgesamt bis zu 1,1 Milliarden Euro zur Verfügung, die in zwei Bewilligungsrunden 2011 und 2012 vergeben werden. Weitere 800 Millionen Euro sind für einen zweiten Förderzeitraum von 2017 bis 2020 in Aussicht gestellt. Die Zahl der auszuwählenden Hochschulen ist nicht vorgegeben, deshalb kann ich keine Summen nennen. Es ist aber klar, dass dies kein Wettbewerb um die zehn besten Projekte sein soll. Ziel des Programms ist es vielmehr, in die Breite zu wirken. Dies ist eine Chance, die die Hochschulen nutzen sollten.

Sie lehren an der HU und evaluieren zudem seit vielen Jahren auch Hochschulen. Was macht für Sie gute Lehre aus?

Gute Lehre bedeutet immer, die Studierenden wirklich für wissenschaftliche Fragestellungen und Inhalte zu begeistern. Sie also dazu zu bringen, sich intensiv mit Themen, Theorien und Methoden zu beschäftigen. Zudem kommt es in der Lehre darauf an, Lernprozesse so zu dosieren und zu organisieren, dass ein optimaler Wissens- und Kompetenzaufbau ermöglicht wird. Dies gilt für konventionelle Lehrformen wie die Vorlesung und das Seminar genauso wie für interaktive Lehrmodule oder projektbezogenes Lernen.

Wie erreichen die Hochschulen dieses Ziel?

Wir brauchen hervorragend ausgebildete Dozentinnen und Dozenten mit hohen wissenschaftlichen und didaktischen Kompetenzen sowie Rahmenbedingungen, die Lehren und Lernen an den Hochschulen optimal unterstützen. Dazu zählen vernünftige Betreuungsrelationen, aber auch hochschulinternes Qualitätsmanagement zur Qualitätssicherung in der Lehre, spezielle Beratungs- und Mentoring-Angebote für Studierende, Tutorenprogramme sowie Weiterbildungsangebote für Dozierende. Wir erkennen beispielsweise, dass es besser ist, wenn Studenten durch selbstständiges Arbeiten in eigenen Projekten lernen, als durch die klassische frontale Lehre. Wir müssen neue Wege gehen und dabei das gesamte Spektrum an Möglichkeiten aufgreifen, das uns die neuen Medien bieten.

Bietet die Bologna-Reform denn genug Freiräume für neue Ansätze bei der Lehre?

Wenn sie klug umgesetzt wird, bietet sie diese Möglichkeiten. Viele von den Einengungen, die wir beobachten, sind selbst erzeugt. Meine Erfahrung ist, dass wir gerade über den Bologna-Prozess eine Reihe von neuen Lehr-Komponenten, etwa praxisbezogene Module ebenso wie spezielle Forschungsmodule entwickeln konnten, die unsere Studiengänge erkennbar bereichert haben.

Bund und Länder rufen mit dem Qualitätspakt Lehre die rund 240 staatlichen Hochschulen auf, Konzepte für gute Lehre zu entwickeln und sich um Fördermittel zu bewerben. Welche Anforderungen müssen die Anträge erfüllen?

Im Antrag muss deutlich werden, welchen Handlungsbedarf die Hochschulen bei sich sehen und welche qualitative Verbesserung der Lehre gegenüber der Ausgangslage sich die Hochschulen von ihren geplanten Maßnahmen erwarten. Geprüft werden ferner die Konsistenz und Nachhaltigkeit des Konzepts, seine Einbindung in das Profil der Hochschule sowie die Überlegungen der Hochschulen zur Prozessbegleitung und Zielerreichung. Bei Anträgen, die mehrere Hochschulen gemeinsam einreichen, wird zudem darauf geachtet, welche Vorteile sich aus der Kooperation ergeben.

Haben kleine Hochschulen dieselben Chancen eine Förderung zu bekommen wie die großen, die bei der Exzellenzinitiative punkten konnten?

Ich sehe gerade bei diesem Wettbewerb für kleine Hochschulen eine sehr gute Chance, weil sie mit ihrem Fächerspektrum spezifischer aufgestellt sind. Da ist es unter Umständen wesentlich leichter, klare Defizitanalysen zu machen und ein passgenaues Paket von Maßnahmen zurechtzuschneidern.

Sie sind die Vorsitzende des Auswahlgremiums, das über die bis zum 4. März 2011 in einer ersten Runde einzureichenden Anträge entscheidet. Wer sitzt mit Ihnen in dem Gremium und welches Prozedere ist vorgesehen?

Dem Auswahlgremium gehören 12 Expertinnen und Experten an, die im Bereich der Lehre einschlägige Erfahrungen an Universitäten und Fachhochschulen haben. Viele von ihnen haben innovative Studienprogramme entwickelt und auch für ihre eigene Lehre Preise erhalten. Auch die Studierenden sind vertreten. Dazu kommen der Bund und zwei Vertreter der Länder. Wir rechnen damit, dass es eine große Zahl von Bewerbungen gibt und werden die Anträge in einem zweistufigen Prozess begutachten: Jeder Antrag wird vorab ausführlich schriftlich begutachtet und im Expertenkreis diskutiert. Danach wird entschieden, welche Anträge gefördert werden sollen.

Insgesamt will der Bund für den Qualitätspakt Lehre bis zum Jahr 2020 zwei Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Auf welche Fördersummen können sich die ausgewählten Hochschulen einstellen?

Im ersten Förderzeitraum 2011 bis 2016 stehen insgesamt bis zu 1,1 Milliarden Euro zur Verfügung, die in zwei Bewilligungsrunden 2011 und 2012 vergeben werden. Weitere 800 Millionen Euro sind für einen zweiten Förderzeitraum von 2017 bis 2020 in Aussicht gestellt. Die Zahl der auszuwählenden Hochschulen ist nicht vorgegeben, deshalb kann ich keine Summen nennen. Es ist aber klar, dass dies kein Wettbewerb um die zehn besten Projekte sein soll. Ziel des Programms ist es vielmehr, in die Breite zu wirken. Dies ist eine Chance, die die Hochschulen nutzen sollten.

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