Höher hinaus!
Das Aufstiegsstipendium macht aus Fachkräften von heute Führungskräfte von morgen
Immer mehr Menschen möchten sich aus dem Job heraus mit einem Studium weiterqualifizieren. Mit dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanzierten Aufstiegsstipendium erhalten sie dafür umfangreiche Unterstützung. Schon heute werden mehr als 2.500 begabte Fachkräfte damit gefördert und haben so den Schritt vom Berufsleben ins Erststudium gemeistert. Dieser Ratgeber zeigt wie es geht.
Talentiert und tatkräftig
Für das Aufstiegsstipendium kann sich bewerben, wer es etwa mit Bestnoten zum Mechatroniker gebracht hat und nun den Dipl.-Ing. draufsatteln möchte. Der Anreiz zum Aufstieg richtet sich an alle Frauen und Männer, die ihre Berufsausbildung oder Aufstiegsfortbildung besser als "gut" abgeschlossen und danach mindestens zwei Jahre in ihrem Job gearbeitet haben. Aber auch wer sich in bundesweiten Leistungswettbewerben mit anderen seines Faches erfolgreich gemessen hat oder von seinem Chef eine besondere Begabung bescheinigt bekommt, hat gute Chancen auf Förderung. Das Angebot gilt zudem für alle, die vor, während oder nach ihrer Ausbildung die schulische Hochschulreife erlangt haben. Das Alter der Bewerber spielt dabei keine Rolle.
Rundum versorgt
Mit einer einkommensunabhängigen Pauschale in Höhe von 670 Euro und 80 Euro Büchergeld pro Monat können geförderte Vollzeitstudierende konzentriert ins Studium starten. 1.700 Euro im Jahr verbuchen all jene Stipendiatinnen und Stipendiaten, die ein berufsbegleitendes Studium aufnehmen. Auch bereits an einer Hochschule eingeschriebene Studierende können sich um die Förderung bewerben. Wichtig ist nur, dass sie das zweite Studiensemester noch nicht abgeschlossen haben. Sind in der Familie Mädchen oder Jungen unter zehn Jahren zu betreuen, erhalten Mütter oder Väter monatlich 113 Euro für das erste und 85 Euro für jedes weitere Kind. In den Genuss der Förderung durch das Aufstiegsstipendium kommt, wer an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule in Deutschland, einem EU-Staat oder der Schweiz sein Studium absolviert und als Abschluss Bachelor, Magister, Diplom oder Staatsexamen anstrebt. Und zwar in der Regelstudienzeit und mit jährlich dokumentierten Leistungsnachweisen. Den Weg eröffnet und begleitet die Bonner "Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung" (SBB), die alle Stipendiaten mit neuesten Informationen zum Stipendium versorgt und alle Fragen zur Förderung und Studienorganisation beantwortet.
Aller guten Dinge sind drei
Drei Stufen führen zum Erfolg. Ist die Online-Bewerbung (Stufe I) mit hervorragenden Zeugnissen und Empfehlungen als formale Anforderung erst einmal gemeistert, gilt es beim Kompetenz-Check (Stufe II), per digitalem Fragebogen die Fachjury von seiner Zielstrebigkeit und seinen sozialen Fähigkeiten zu überzeugen. Ist auch diese Stufe erfolgreich erklommen, steht dem Auswahlgespräch (Stufe III) mit Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft nichts mehr im Wege. Beantworten Bewerberinnen oder Bewerber die Fragen zu ihrem bisherigen Berufsweg und ihren Studienplänen ebenso souverän, ist ihnen das Aufstiegsstipendium sicher. Um die Förderung zu erhalten, muss das Studium dann binnen eines Jahres aufgenommen werden. Bis 31. Januar 2011 läuft die Online-Bewerbung für die nächste Förderrunde des Aufstiegsstipendiums. Im April stehen dann die nächsten Auswahlgespräche an.
Bestens vernetzt und vorbereitet
Aller Anfang ist leichter, wenn die Stipendiatinnen und Stipendiaten ihre Studienerfahrungen austauschen und gemeinsam Initiativen entwickeln können. Seit August 2010 kommunizieren sie dank der digitalen Plattform "StipNet" erste Erfolge und Erkenntnisse im World Wide Web. Regionale Austauschtreffen lassen virtuelle Kontakte real werden. Sie stärken den Zusammenhalt der Stipendiaten und erweitern ihren Horizont und Aktionsradius. Egal ob angehende Informatikerin oder angehender Pädagoge, sie alle profitieren vom Gedankenaustausch ebenso wie von SBB-initiierten Seminaren, die zum Beispiel "Professionelles Kommunizieren und Präsentieren" vermitteln und so zum erfolgreichen Studienabschluss beitragen. Das Fazit einer Seminarteilnehmerin zeigt, dass die Begabtenförderung über die finanzielle Unterstützung hinaus wesentlich mehr bietet: "Ich sehe nun der Präsentation meiner am Ende des Studiums stehenden Diplomarbeit gelassener entgegen."
Weiterführende Informationen
- Informationen zum Aufstiegsstipendium der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung gGmbH (SBB)
- Förderrichtlinien zum Aufstiegsstipendium des Bundesministeriums für Bildung und Forschung
- Informationsbroschüre zum Aufstiegsstipendium des Bundesministeriums für Bildung und Forschung
- Programm Aufstiegsstipendium – der Stipendiaten-BLOG
- ZDF-Kurzreportage zum Aufstiegsstipendium
- WDR-Kurzreportage zum Aufstiegsstipendium
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Kommentare zur Bildungsnachricht
von Katrin P. | 04.03.2011
Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin 28 und alleinerziehende Mutter einer 11jährigen Tochter. Nach meinem Abitur habe ich eine Ausbildung zur Krankenschwester absolviert. Jetzt würde ich gerne ein berufsbegleitendes Studium zum Bachelor of Arts in Social-, Healthcare and Education-Management beginnen. Besteht bei mir die Chance auf Förderung? Für Ihre Mühe danke ich im Voraus.
Anm. d. Red.:
Sehr geehrte Frau Pfister,
vielen Dank für Ihre Anfrage. Sofern Sie mindestens über eine zweijährige Berufserfahrung verfügen und Ihre Ausbildung mindestens mit der Note gut abgeschlossen haben, kommen Sie für das Aufstiegsstipendium in Frage. Ein Nachweis über die besondere Leistungsfähigkeit in Ausbildung und Beruf kann alternativ auch durch die besonders erfolgreiche Teilnahme an einem überregionalen beruflichen Leistungswettbewerb oder durch einen begründeten Vorschlag des Arbeitgebers erbracht werden.
Alle relevanten Informationen zum Bewerbungsverfahren finden Sie unter
http://www.sbb-stipendien.de/aufstiegsstipendium.html
Wir wünschen Ihnen viel Erfolg.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Redaktionsteam Aufstieg durch Bildung
von Jana Möller | 03.03.2011
Sehr geehrte Damen und Herren, ich habe bereits einmal angefangen zu studieren und das Studium nach dem Vordiplom leider abgebrochen. Mittlerweile bin ich 28 und stehe kurz vor meiner kaufm. Abschlussprüfung (IHK) und überlege anschließend im entsprechenden Bereich einen höheren Abschluss durch ein Studium zu erwerben. Würde das Aufstiegsstipendium für mich in Frage kommen? Vielen Dank Jana
Anm. d. Red.:
Sehr geehrte Frau Möller,
auch wenn Sie Ihr Studium abgebrochen haben, kommen Sie durchaus für das Aufstiegsstipendium in Frage. Voraussetzung ist jedoch, dass Sie mindestens über eine zweijährige Berufserfahrung verfügen und in Ihrer Ausbildung mindestens mit der Note gut abschließen oder abgeschlossen haben. Alternativ können Sie auch durch die besonders erfolgreiche Teilnahme an einem überregionalen beruflichen Leistungswettbewerb oder durch einen begründeten Vorschlag des Arbeitgebers einen Nachweis über die besondere Leistungsfähigkeit in Ausbildung und Beruf erbringen. Für Rückfragen steht Ihnen gerne die Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung - Gemeinnützige Gesellschaft mbH, die mit dem Stipendienprogramm beauftragt ist, zur Verfügung. Informationen finden Sie unter
http://www.sbb-stipendien.de/aufstiegsstipendium.html
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Redaktionsteam von Aufstieg durch Bildung
von Andrea Sachs | 23.02.2011
Guten Abend, ich habe von 1987-1989 bei der Deutschen Reichsbahn meinen Abschluss mit "ausgezeichnet" absolviert und möchte gern studieren. Ich denke an BWL oder an den Tourismusfachwirt. Als alleinerziehende Mutter (40) mit 15jähriger Tochter scheitert es an den tatsächlichen Kosten. Auch ist mein Sparvertrag der vermögenswirksamen Leistung noch nicht sehr ergiebig um daraus zu schöpfen. Über eine Antwort wäre ich sehr erfreut. MfG Andrea Sachs
Anm. d. Red.:
Sehr geehrte Frau Sachs,
vielen Dank für Ihre Anfrage. Sofern Sie zusätzlich zu Ihrer Ausbildung bereits über mehr als zwei Jahre Berufserfahrung verfügen, kämen Sie prinzipiell für ein Stipendium in Frage. Um weitere Informationen zum Stipendium und über den Bewerbungsprozess zu erfahren, wenden Sie sich gerne an die Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung - Gemeinnützige Gesellschaft mbH (SBB) unter http://www.sbb-stipendien.de/ oder direkt an Frau Jasarovic von der SBB unter der Rufnummer 0228/62931-44.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Redaktionsteam von Aufstieg duch Bildung
von Anke Pahl | 20.02.2011
Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin 45 Jahre alt und seit 2004 Physiotherapeut mit einem Schnitt von 1,3. Nach diversen Fortbildungen möchte ich mich jetzt zum "Lehrer für Gesundheitfachberufe" an einer staatlich anerkannten Fachschule nebenberuflich weiterbilden. Kommt für mich dieses Stipendium in Frage ???? Ich bedanke mich für Ihre Mühe im voraus. Mit freundlichen Grüßen Anke
Anm. d. Red.:
Sehr geehrte Frau Pahl,
mit dem Aufstiegsstipendium wird ein Erststudium in Vollzeit oder berufsbegleitend an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule gefördert. Weiterbildungen an staatlich anerkannten Fachschulen fallen nicht unter die Förderung. Dennoch gibt es weitere Fördermöglichkeiten, die für Sie interessant sein könnten: Die Bildungsprämie richtet sich beispielsweise an Erwerbstätige mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von weniger als 25.600 Euro. Mit dem Prämiengutschein übernimmt der Bund 50 Prozent der Weiterbildungskosten, bis zu 500 Euro. Unter www.bildungspraemie.info erhalten Sie weitere Informationen zu Bildungsprämie. Auch in einzelnen Bundesländern gibt es verschiedene Förderprogramme, wie beispielsweise in Hessen den „Qualifizierungsscheck“.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Redaktionsteam von Aufstieg durch Bildung
von Gerald Speckmann | 18.02.2011
Gibt es ein Aufstiegsstipendium auch für Menschen um 50 Jahre, welche in der Vergangenheit ein Studium abgeschlossen haben, welches aber über keine oder nur periphäre arbeitsmarktliche Relevanz mehr verfügt (z.B. Geisteswissenschaften Literatur - nun im Management tätig etc.), und nunmehr einen MBA anstreben? MfG
Anm. d. Red.:
Sehr geehrter Herr Speckmann,
das Aufstiegsstipendium richtet sich nur an Personen, die noch kein akademisches Hochschulstudium abgeschlossen haben. Gerne können Sie sich aber über private Unterstützungs- bzw. Kreditmöglichkeiten zur Finanzierung Ihres Studiums informieren. Unter www.stipendienlotse.de finden Sie die Stipendiendatenbank des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Zudem finden Sie unter www.deutschland-stipendium.de Informationen über das Deutschland-Stipendium, das ebenfalls für Sie interessant sein könnte.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Redaktionsteam von Aufstieg durch Bildung




