In guten Händen
Weiterbildungsprogramme für Pädagogen in Kindertagesstätten
Im Osten der Republik sind fast 90 Prozent aller Pädagogen in Kindertagesstätten ausgebildete Erzieherinnen. Im Westen bislang um die 70 Prozent. So eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung. Ansporn genug, die Weiterbildungsprogramme zu optimieren und die Betreuungsplätze auszubauen.
"Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr". Eine Redensart von gestern, in der auch heute noch viel Wahres steckt. Denn was Kinder nicht in den ersten Lebensjahren an Strukturen mitbekommen, holen sie später kaum noch auf, sagt Hirnforscher Manfred Spitzer. Staatlich geprüfte Erzieherinnen wissen um diese Strukturen und lenken die Wissbegierde und Sensibilität der Kinder frühzeitig in die richtigen Bahnen. Fast 90 Prozent des pädagogischen Fachpersonals in den ostdeutschen Kindertagesstätten haben in ihrer fast fünfjährigen Ausbildung gelernt, wie Kinder für ein Instrument, fürs Lesen, Rechnen oder Malen begeistert werden können. Mit viel Gefühl und Verstand und dem richtigen pädagogischen Dreh. In westdeutschen Kindertagesstätten sind bislang 70 Prozent der Pädagogen ähnlich gut geschult. So das Ergebnis der jüngsten Bertelsmann-Studie "Ländermonitoring Frühkindliche Bildungssysteme". Ansporn für das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die Kinderbetreuung flächendeckend in noch mehr und noch bessere Hände zu legen.
"Die Professionalität der pädagogischen Fachkräfte bestimmt maßgeblich die Qualität frühkindlicher Bildungsangebote", lautet denn auch das Fazit des Bildungsexperten Dr. Jörg Dräger von der Bertelsmann-Stiftung. Mit neuen Ausbildungsinitiativen und zusätzlichen Betreuungsplätzen gewinnt diese Erkenntnis klare Konturen. Erfolgreich und effizient wirkt hier die vom BMBF gemeinsam mit der Robert Bosch Stiftung ins Leben gerufene "Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte - WiFF". Ausgewiesene Fachleute aus Theorie und Praxis erkunden seit einem guten Jahr auf diesem Gebiet die Qualität, Quantität und Inhalte der Aus- und Fortbildungen. Gezielte Befragungen von Akteuren, Entscheidern und Organisationen liefern dem Expertenteam erstmals einen klaren Blick auf die deutsche Ausbildungslandschaft. Auf dieser Basis entstehen wegweisende Modelle für bundesweit vergleichbare Lehrangebote und Studiengänge in der frühkindlichen Pädagogik auf hohem Niveau.
Die Grundpfeiler für eine transparente und anspruchsvolle Ausbildung sind gelegt, die konkrete Ausgestaltung gilt es zu bestimmen. WiFF liefert hierfür bereits Gestaltungstipps. Wie unter Dreijährige spielerisch lernen oder Kinder sich sprachlich schneller entwickeln können, erschließen fundierte Studien ebenso wie die Handreichungen für eine wirkungsvolle Zusammenarbeit von Eltern und Kita-Personal. Bessere Betreuung für immer mehr Kinder ist das Ziel. Wenn ab 2013 35 Prozent der unter Dreijährigen einen Platz in einer Kindertagesstätte sicher haben und der Rechtsanspruch auf einen Platz ab dem vollendeten ersten Lebensjahr umgesetzt ist, dann wird das pädagogische Fachpersonal mit Unterstützung des BMBF auf die neuen Aufgaben vorbereitet sein. Ein wichtiger Schritt in der Förderung der frühkindlichen Bildung.




